Die Polymer‑Elektrolyt‑Brennstoffzelle (PEMFC), auch Protonenaustauschmembran‑Brennstoffzelle genannt, arbeitet typischerweise bei 10–100 °C (Niedertemperatur‑PEMFC) oder 130–200 °C (Hochtemperatur‑PEMFC), abhängig von der verwendeten Elektrolytmembran. Beide Varianten können mit reinem Wasserstoff Wirkungsgrade von rund 60 % erreichen (bei Erdgas als Brennstoff etwa 48 %). An der Kathode, wie im Funktionsprinzip unter säurehaltigem Elektrolyt beschrieben, wird Wasserstoff (oder eine Wasserstoffquelle wie ein Kohlenwasserstoff) an der Anode oxidiert und Sauerstoff aus der Luft an der Kathode reduziert. Die kontinuierliche Wasserversorgung zur Anode erfolgt durch Rückdiffusion durch die Membran und durch Befeuchtung der Reaktanten.
Niedertemperatur‑PEMFC
Niedertemperatur‑PEMFCs verwenden oft eine Nafion® Polymermembran, ein sulfoniertes Tetrafluorethylen‑Polymer. Im hydratisierten Zustand wird die Membran protonenleitend. Die Leitfähigkeit steigt mit dem Wassergehalt. Die Membran ist auf beiden Seiten mit einer porösen Elektrode (typischerweise kohlenstoffbasiert) beschichtet, die einen Katalysator enthält, oft Platin oder Mischungen wie Platin‑Ruthenium, Platin‑Nickel oder Platin‑Kobalt.
Besondere Vorsicht ist geboten, dass Kohlenmonoxid (CO), das bei der Wasserstoffproduktion aus fossilen Quellen als Nebenprodukt auftreten kann, nicht in die Brennstoffzelle gelangt. Schon CO‑Konzentrationen um 10 ppm können den Katalysator vergiften und die Reaktion stören. CO bindet stark an katalytisch aktive Stellen auf der Membranoberfläche. CO kann durch Spülen der Brennstoffzelle mit Inertgas oder reinem Wasserstoff entfernt werden. Hohe CO‑Gehalte werden durch Shift‑Reaktionen und selektive CO‑Oxidation vermieden.
In der Shift‑Reaktion kann CO durch Zugabe von Dampf reversibel zu CO2 und Wasserstoff umgesetzt werden:
CO + H2O ⇄ CO2 + H2
Das Gleichgewicht verschiebt sich mit steigender Temperatur in Richtung Produkte.
Schwefelverbindungen und Ammoniak im Brenngas sind ebenfalls Katalysatorgifte und müssen möglichst auf niedrige ppm‑Werte begrenzt werden.
Hochtemperatur‑PEMFC
Hochtemperatur‑PEMFCs verwenden typischerweise eine Polybenzimidazol (PBI) Membran. Phosphorsäure wird in die PBI‑Matrix eingelagert, um Protonenleitfähigkeit bereitzustellen. Eine Wasser‑Dopierung wie bei NT‑PEMFCs ist nicht erforderlich. Bei 130–200 °C sind die Reaktionen weniger empfindlich gegenüber CO, weil CO bei höheren Temperaturen leichter desorbiert und so aktive Katalysatorstellen freigibt.
Vorteile von PEMFC
- Sehr gutes Kaltstartverhalten
- Langlebigkeit (> 10 Jahre)
- Stapelfähig zu Brennstoffzellenstacks
- Hohe Stromdichte
- Gute dynamische Reaktion
- Niedrige Betriebstemperatur (NT‑PEMFC)
- Fester Elektrolyt (kein Risiko von Flüssigkeitsaustritt)
- CO2-resistenter Elektrolyt
Nachteile von PEMFC
- Empfindlichkeit gegenüber Brennstoffverunreinigungen (CO, NH3, Schwefelverbindungen)
- Reinigung von reformiertem Erdgas erforderlich
- Teurer Katalysator
Entwicklungsstand von PEMFC
Derzeit werden in frühen Serien Personenkraftwagen (PKW), LKW und Busse, kleine Systeme und BHKW‑Einheiten mit PEMFC betrieben. Es gibt auch Anwendungen für den Batterieversatz und die Elektronik (z. B. Notstromversorgung für Laptops). Raum‑ und Militärapplikationen befinden sich ebenfalls in der Entwicklung. Die Leistungsbereiche reichen von 5 bis 250 kW.